CSD in München
Jeden Sommer im Juni zieht der Christopher Street Day durch München. Was als Protestbewegung begann, ist heute beides zugleich – Fest und Demonstration. Laut, bunt, und politisch wenn es sein muss.
München hat eine lange Geschichte damit. Seit 1980 zieht die Community durch die Straßen der Stadt – damals noch überschaubar, heute eines der größten Stadtfeste Bayerns. 2023 war das Rekordjahr mit insgesamt 520.000 Menschen. Das Glockenbachviertel gilt seit den 1960er Jahren als Treffpunkt der LGBTQIA+ Community und beherbergt bis heute zahlreiche Bars, Klubs und Cafés. München hat eine Szene – und die ist gewachsen.
Was sich verändert hat ist die Stimmung auf der Straße. In München braucht es keinen Mut um mitzugehen – die Stadt hat eine gewachsene, weltoffene Szene und eine Gesellschaft die das längst als selbstverständlich betrachtet. Der Umzug ist ein Fest. Menschen die sich kostümieren, posieren, tanzen. Die Menge am Straßenrand feiert mit. Ein ständiger Flirt zwischen den Menschen auf den Wagen und denen mit der Kamera – manchmal ist nicht ganz klar wer wen fotografiert.
Dass das nicht überall so ist, macht den CSD nicht weniger politisch. In anderen Städten und Regionen ist eine solche Parade nur mit erheblichem Schutzaufwand möglich – weil Intoleranz und Ausgrenzung an manchen gesellschaftlichen Rändern nach wie vor unvermindert fortbestehen.
Der CSD ist beides: Fest und Forderung. In München darf man das laut feiern.














