Klimaprotest

Ich habe diese Bewegung über mehrere Jahre begleitet. Was sich in dieser Zeit verändert hat, ist eine Geschichte für sich. Und sie beginnt erstaunlich fröhlich.

Junge Demonstrantinnen tanzen vor der Oper mit dem Banner von Fridays for Future. Sie rufen "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle."
FridaysforFuture Demonstration am 28. Juni 2019 in München. Die Auftakt Kundgebung findet auf dem Max-Joseph-Platz vor der Staatsoper statt. (Foto: Thomas Vonier)

Ein Freitag 2019. Schülerinnen und Schüler, die eigentlich in der Schule sitzen müssten, stehen mit selbstgemalten Schildern auf der Straße. Es ist Fridays for Future die zum Klimastreik aufgerufen haben. Vor der Oper wird getanzt, „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle". Es ist bunt, optimistisch, fast euphorisch. Die Forderung ist einfach: Hört auf die Wissenschaft. Dahinter steht der Glaube, dass es jetzt reichen müsse: Liegen die Fakten erst offen auf dem Tisch, würde die Politik schon umdenken.

#fridaysforfuture in München. Weltweit gehen Tausende Schüler und Studenten auf die Straße um gegen Klimawandel und der Trägheit der Politik zu demonstrieren. In München sind es mehr als 10.000 Schüler und Studenten die am Marsch vom Odeonsplatz zur Theresienwiese teilnehmen. | Musikalisch wird der Marsch von der Beatprotest Gruppe untermalt - sie machen Brass Band Tunes die die Stimmung trotz Regen aufheizt. (Foto: Thomas Vonier, München 15.3.2019
Eine Frau steht mit ihren Kleinkind auf dem Arm in Mitten von Demonstranten auf dem Odeonsplatz und schaut in die Kamera.
München 1.3.2019 FridaysforFuture ruft auf zum großen Klimastreik auf dem Odeonsplatz mit anschließendem Marsch zur Theresienwiese.
Große fridaysforfutre Demonstration der Schülerinnen und Schüler auf der Theresienwiese in München. Am 24. Mai wird wieder weltweit für Klimaschutz gestreikt. Der anschließende Demonstrationszug führt über die Hackerbrücke und dann wieder zurück auf die Theresienwiese.
Ein junger Mann hält sein T-shirt hoch und lässt sich seien Bauch bemalen.
München, 21 Juli 2019 - Am Sonntag demonstrieren über 10.000 Menschen auf der MunichforFuture Demonstration für Klimaschutz und Ausstieg aus der Kohle. (Foto: Thomas Vonier)

Und eine Weile sieht es so aus, als könnte das gelingen. Jeden Freitag kommen Hunderte zusammen, manchmal Tausende, bei den globalen Klimastreiks sind es noch viel mehr. Die Straßen sind voll. Eine ganze Generation fürchtet um ihre Zukunft und glaubt, dass laute, gut gelaunte Demonstrationen genügen, um gehört zu werden.

Ein kleiner Junge läuft mit einem Schild über die Theresienwiese. Hinter ihm zwei Polizisten,. Eine Hand zeigt auf den Jungen. Das Schild sagt: "Die Dinos dachten auch sie hätten Zeit". Große fridaysforfutre Demonstration der Schülerinnen und Schüler auf der Theresienwiese in München. Am 24. Mai wird wieder weltweit für Klimaschutz gestreikt. Der anschließende Demonstrationszug führt über die Hackerbrücke und dann wieder zurück auf die Theresienwiese.
Akkordeonspieler mit Sonnenbrille läuft im Demozug mit.
München 16. August 2019 - FridaysforFuture Demo auf dem Marienplatz mit Abschlussveranstaltung auf dem Geschwister Schollplatz (Foto: Thomas Vonier)
Blick auf die Feldherrnhalle. Es haben sich tausende Menschen versammelt. Im Vordergrund klettert eine Frau die Leiter des Lautsprecerwagens hinunter.
München, 21 Juli 2019 - Am Sonntag demonstrieren über 10.000 Menschen auf der MunichforFuture Demonstration für Klimaschutz und Ausstieg aus der Kohle. (Foto: Thomas Vonier)

Doch der große Umschwung bleibt aus. Die teile der Gesellschaft haben die Botschaft verstanden; die Politik hört lieber auf jene, die warnen, Klimaschutz koste zu viel und schade der Wirtschaft. Doch ist Aufmerksamkeit ist ein flüchtiges Gut. Nach den großen erfolgreichen Streiks von 2019 wandert der Blick der Öffentlichkeit weiter, andere Schlagzeilen drängen nach vorn. Wer gehört werden will, muss lauter werden.

München 29. September - Weltweite Klimademonstrationen von Fridays for Future.
In München findet die Auftaktveranstaltung am Königsplatz statt. Laut Veranstalter sind es ca. 60.000 Teilnemer.

Eine junge Frau mit weiß geschminkten Gesicht und im Kostüm der Red Rebel hebt den Schleier und schaut mit ausdruckslosen Blick gerade aus.

Solange die Protagonisten auf der Straße unterwegs sind bleiben sie in ihrer Rolle. Ein Red Rebel vermeidet Augenkontakt und spricht nicht. So wandern sie durch die Menge und erwecken durch ihre leuchtend roten Gewänder und den starren weißen Gesichtern große Aufmerksamkeit bei den Pasanten.

(Foto: Thomas Vonier)

Hier kommt Extinction Rebellion ins Spiel. Die Bewegung entstand 2018 in Großbritannien, bewusst strategisch aufgebaut und dezentral organisiert: autonome Gruppen, die in vielen Städten zugleich aktiv werden. Ihre Forderungen sind einfach und klar: Sagt die Wahrheit über die Klimakrise , Handelt sofort und gründet Bürgerräte. Ihr Mittel ist der zivile Ungehorsam. In München legen sie sich auf den Marienplatz, in Berlin besetzen sie den Großen Stern. Entscheidend ist die Gewaltfreiheit. Niemand vermummt sich niemand wehrt sich. Man steht mit dem eigenen Gesicht zu dem, was man tut, und nimmt die Folgen in Kauf; Anzeigen, Platzverweise, das Weggetragenwerden durch die Polizei gehören zur Aktion dazu. Irgendwo dazwischen ziehen die Red Rebels durch die Menge, stumm, in roten Roben. Auch das eine Form, sich Gehör zu verschaffen, ohne ein einziges Wort.

München, 28.8.2019 | Extinction Rebellion demonstrieren auf dem Marienplatz und am Isartor mit einem Die-In (Foto: Thomas Vonier)
Berlin Großer Stern - 7.10.2019 21:00 Uhr | Den ganzen Tag haben Aktivisten von XR den Verkehrsknotenpunkt blockiert. Am Abend fängt die Polizei damit an den Platz zu räumen, wird diese Aktion später aber unterbrechen. Der Umgang zwischen Polizei und Demonstranten ist in den allermeisten Fällen sehr freundlich, manchmal sogar fröhlich. (Foto: Thomas Vonier)
7.10.2019 Berlin Großer Stern - an der Siegessäule | Seit dem frühen Morgen blockieren die Aktivisten von XR den Verkehrsknotenpunkt in der Innenstadt von Berlin. Die Atkion verläulft friedlich und gewaltfrei. Die Stimmung bei den Demonstranten ist fröhlich und ausgelassen (Foto: Thomas Vonier)
Berlin Potzdamer Platz - 7.10.2019 21:00 Uhr | Den ganzen Tag haben Aktivisten von XR den Verkehrsknotenpunkt blockiert. Am Abend fängt die Polizei damit an den Platz zu räumen, wird diese Aktion später aber unterbrechen. Der Umgang zwischen Polizei und Demonstranten ist in den allermeisten Fällen sehr freundlich, manchmal sogar fröhlich. (Foto: Thomas Vonier)

Je langsamer die Politik reagiert, desto stärker rücken die Verursacher und Profiteure in den Fokus. Aus der Klimafrage wird eine Systemfrage. Nicht mehr nur „die Politik" soll handeln, sondern die, die am fossilen Geschäft verdienen. Siemens soll für einen vergleichsweise winzigen Auftrag die Signaltechnik für eine australische Kohlemine liefern und wird vor seiner Hauptversammlung an der Olympiahalle zur Zielscheibe. BlackRock, der größte Vermögensverwalter der Welt, steht sinnbildlich für jene, die die fossile Wirtschaft finanzieren. Und die eigene Stadt steckt mittendrin: Über die Stadtwerke ist München an einem Konzern beteiligt, der in der Nordsee Öl und Gas fördert, während dieselbe Stadt 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat. Der Protest wird konkreter. Und unbequemer.

Weekly demonstration of "Firyday for Future". The participants meet at Wittelbacherplatz in front of the Siemens headquarters in Munich. This week's central theme is the forest fires in Australia. The demonstrators are calling on Siemens not to participate in the planned coal mining in Australia. Siemens is to supply the signaling equipment for the tracks. (Photo: THOMAS VONIER)
Munich Wittelsbacherplatz | Spontaneous demonstration in front of the Siemens headquarters in Munich.
Members of Fridays for Future, Extinction Rebellion and other environmental groups demonstrate in front of Siemens headquarters in Munich against the company's decision to support coal mining in Australia.

One of the largest coal mines in the world is to be built in Australia. The CO2 emissions caused by the coal to be mined there would be about four times as high as the emissions of the whole of Australia.
Despite fierce protests, Siemens has decided to help with this project (...) and make this incredible destruction of the environment possible in the first place...

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version) (Foto: Thomas Vonier ZUMA Press)
München 12.12.2019 | Thomas Nier, Aktivist bei Extinction Rebellion klebt sich mit Sekundenkleber an eine Glasscheibe des Siemens Hauptquatiers. Er protestiert damit gegen die Beteiligung des Konzerns an dem geplanten Kohleabbau in Australien,. Die Aktion ist eine Solidaritätsbekundung zu einem Australischen Aktiisten, der diese Aktion kurz zuvor in Australien durchgeführt hat und dafür verhaftet wurde. (Foto: Thomas Vonier)
München, 29.11.2019 | Aktivist:innen stehen nackt vor Geschäften in der Münchner Innenstadt. XR protestiert in der Münchner Fußgängerzone gegen den Konsumwahn am BlackFriday (Foto: Thomas Vonier)

Dann kommt Corona, und die Bewegung steht ausgerechnet vor ihrem eigenen Argument. Wer fordert, auf die Experten zu hören, kann schlecht zu Tausenden auf die Straße gehen, wenn die Wissenschaft genau davon abrät. Demonstrationen sind verboten. Was bleibt, ist der Einzelne. Auf der Prinzregentenstraße protestiert einer ganz allein, mit Bollerwagen und buntem Rauch, weil mehr nicht erlaubt ist. Ein stilles, fast trotziges Bild. Aus dem Aufbruch ist Frust geworden.

München, 11. August 2020 – Der Aktivist von Extinction Rebellion (XR) zog am Vormittag einen Bollerwagen über die Prinzregentenstraße in Richtung Münchner Innenstadt, um für schnelle und drastische Maßnahmen zur Verkehrswende zu demonstrieren. Der Handkarren glich einem Pestizid-Anhänger aus der Landwirtschaft und versprühte auf Knopfdruck dichten grünen Rauch, wodurch der Verkehr im Lehel zeitweise stockte. Kurz nach Beginn des Protestes brach der Anhänger auseinander, da eine Autofahrerin das Gefährt überfahren hatte. Die urspüngliche Aktion, die Straße entlang zu laufen, wurde abgebrochen, statt dessen blockierte der Aktivist für einige Minuten die Straße bis die Polizei die Veranstaltung auflöste. (Foto: Thomas Vonier)

Je länger sich nichts bewegt, desto mehr verschiebt sich, was als angemessen gilt. Im Mai 2021 besetzen Aktivist:innen den Forst Kasten bei Neuried. Für einen geplanten Kiesabbau sollen dort rund 10.000 Bäume fallen. Sie bauen Plattformen in die Baumkronen und wollen notfalls monatelang ausharren; die Polizei verhindert nachts, dass daraus richtige Baumhäuser werden. Wochenlanger, gewaltfreier Widerstand.

Aktivisten besetzen Forst Kasten. Sie protestieren damit gegen den geplanten Kahlschlag um einen erweiterten Kiesabbau zu ermöglichen. Der Plan Baumhäuser zu bauen und auf die Bäume zu klettern wird von der Polizei unterbunden, jedoch dürfen die Waldschützer unter Auflagen bis Donnerstag vor Ort bleiben. (Foto: Thomas Vonier)
Aktivisten besetzen Forst Kasten. Sie protestieren damit gegen den geplanten Kahlschlag um einen erweiterten Kiesabbau zu ermöglichen. Der Plan Baumhäuser zu bauen und auf die Bäume zu klettern wird von der Polizei unterbunden, jedoch dürfen die Waldschützer unter Auflagen bis Donnerstag vor Ort bleiben. (Foto: Thomas Vonier)

Im Herbst dann die Proteste gegen die IAA, die internationale Automobilausstellung. Und es zeigt sich: Geht es um des Deutschen liebstes Kind, den Verbrenner, reagiert der Staat mit voller Härte. Rund 4.500 Polizeikräfte sichern die Messe. Menschen seilen sich über der A96 ab, werden von Bäumen geholt, Schlagstöcke und Pfefferspray kommen zum Einsatz, auch gegen Journalist:innen. Schon zu Beginn kommen Aktivist:innen in Präventivgewahrsam, der in Bayern wochenlang dauern kann, während es anderswo Stunden sind. Über die Verhältnismäßigkeit wird bis heute gestritten. Die Aktionen werden körperlicher, die Reaktionen härter.

A96 höhe Germering. 2 Aktivist:innen haben sich an einer Eisenbahnbrücke abgeseilt und protestieren mit einem Banner mit der Aufschrift „Block IAA“ gegen die in München stattfindende Automobielmesse. Die Polizei sperrt für mehr als eine Stunde die Autobahn. Zeitgleich finden ähnliche Aktionen an verschiedenen Autobahnzubringern nach München statt.
Antikapitalistisches Klapprad Kollektiv (AKK) läutet den Beginn der Proteste gegen die IAA in München ein! Am Mittleren Ring wird auf einer Brücke über dem allmorgendlichen Stau ein zehn Meter langes Transparent im Stile eines Fahrradweges befestigt mit dem Text "Mit dem Rad wärst du schon da #NoIAA". Zusätzlich werden Rauchkerzen gezündet.
In der karlstr 20 / 22 stopt der Demonstrationszug plötzlich. Hausbesetzer entrollen Transparente an der Fasade. Die Polizei setzt Tränengas. Einige Demonstrant:innen weden verletzt.
Demosanitäter versorgen Verletzte durch den Polizeieinsatz mit Pfeffersray. Sie versuchen den Kampfstoff aus den Augen und von den Schleimhäuten der Betroffenen zu spülen. Der Kampfstoff kann zu Ohnmacht und Gleichgewichtsstörungen führen. Wer zu viel davon abbekommt, kann dauerhafte Schäden an der Haut sowie Augenverletzungen erleiden.
Anti IAA Demonstration. Verschiedene Umweltorganisationen treffen sich auf der Theresienwiese und schließen sich zu einem großen Demonstrationszug zusammen. Die Demonstration zieht durch die Stadt, vorbei am Königsplatz, einem der Open Spaces der IAA. Kurz hinter dem Königsplatz kommt der Demonstrationszug zum stehen. Die Polizei greift die Teilneher mit Tränengas und Schlagstöcken an. Zwei Demonstrationsteilnemer:innen sind auf Bäume geklettert um dort ein Transparent aufzuspannen.
Greenpeace fordert: "STOP SUV"
Anti IAA Demonstration. Verschiedene Umweltorganisationen treffen sich auf der Theresienwiese und schließen sich zu einem großen Demonstrationszug zusammen. Die Demonstration zieht durch die Stadt, vorbei am Königsplatz, einem der Open Spaces der IAA. Kurz hinter dem Königsplatz kommt der Demonstrationszug zum stehen. Die Polizei greift die Teilneher mit Tränengas und Schlagstöcken an. Zwei Demonstrationsteilnemer:innen sind auf Bäume geklettert um dort ein Transparent aufzuspannen.
Junge Frau wird von Polizei bedrängt
Sandra S (24) wird von Beamt:innen bedrängt und bekommt eine Panikattacke.
Die Polizei kesselt am Mittwoch Abend ca 30 vorwiegend junge Menschen im Odeonsplatz Zwischengeschoss.
Offizieller Grund ist nach Angabe eines verantwortlichen Polizeibeamten der Verdacht auf Schwarzfahren.
Mehr als 1,5 Stunden dürfen die Menschen weder den Openspace am Odeonsplatz betreten, noch zurück in die U-Bahn um nach Hause zu fahren.

Nach 1,5 Stunden werden die Festgehaltenen einzeln zur GeSa zur Personenkontrolle gebracht. Nach Aussagen von Betroffenen wurde dabei nicht nach Fahrkarten gefragt.
Während der IAA in München haben sich am Odeonsplatz Menschen zu einer Sitzblockade niedergelassen. Sie versperren den Eingang zum Openspace von Mercedesstand. Die Polizei kesselt sie ein und lässt weder Parlamentarische Beobachter noch Presse durch. Aus Solidarität setzen sich weitere Menschen vor die Polizeiabsperrung und erweitern den Protest so dass es unvermittelt zwei Proteste gibt.
Ein Finger von Sand im Getriebe verlässt das Klimacamp und macht sich auf den Weg zur Kundgebung.
Anti IAA Demonstration. Verschiedene Umweltorganisationen treffen sich auf der Theresienwiese und schließen sich zu einem großen Demonstrationszug zusammen. Die Demonstration zieht durch die Stadt, vorbei am Königsplatz, einem der Open Spaces der IAA. Kurz hinter dem Königsplatz kommt der Demonstrationszug zum stehen. Die Polizei greift die Teilneher mit Tränengas und Schlagstöcken an. Zwei Demonstrationsteilnemer:innen sind auf Bäume geklettert um dort ein Transparent aufzuspannen.

Und dann kleben sie sich fest. Die Letzte Generation, deutschlandweit und in München in regelmäßigen Abständen, bei Sonne wie im Schneegestöber. Der Verkehr steht, und das Land diskutiert auf einmal erbittert, ob man sich überhaupt auf eine Straße kleben darf. Die Wut der Autofahrer ist groß. Auffällig viele haben plötzlich einen dringenden Krankenhaustermin. Das kommt vor und wäre dann tragisch, nur kaum bei jeder Blockade aufs Neue. Manche werden handgreiflich, um rechtzeitig an ihrem Schreibtisch zu sitzen. „Die wollen doch nur stören", den Satz hört man oft. Er übersieht, was davor war. Das Festkleben ist nicht der Anfang, sondern das vorläufige Ende einer langen Reihe: bunte Demos, stille Performances, ziviler Ungehorsam, besetzte Wälder, Appelle an Konzerne und an die eigene Stadt. Über Jahre wurde fast alles versucht. Wer sich am Ende auf den Asphalt klebt, tut das nicht aus Übermut, sondern weil nichts davon gereicht hat.

Eine Aktivistin der letzten Generation sitzt auf der Straße und blockiert den Verkehr.
6 Aktivist:innen der Letzten Generation kleben sich im März an der Ampel Plinganserstraße Ecke Sylvensteinstraße auf die Straße und blockieren den Verkehr, der sich auf dem Mittleren Ring staut.
Seit dem frühen Morgen war die Polizei vor Ort an der Trappentreustraße. Trotz des großen Polizeiaufgebots, konnte sie nicht verhindern, dass sich die Aktivist:innen drei mal auf die Fahrbahn klebten und den Verkehr blockierten.
Letzte Generation blockiert am Stachus die Strasse. 9 Aktivist:innen sitzen auf der Straße. Die meisten haben sich mit Sekundenkleber festgeklebt. Die Aktion wurde am Freitag in einer Pressekonferenz angekündigt.
Die festgeklebten Hände werden mit einem Lösungsmittel abgelöst.
Seit dem frühen Morgen war die Polizei vor Ort an der Trappentreustraße. Trotz des großen Polizeiaufgebots, konnte sie nicht verhindern, dass sich die Aktivist:innen drei mal auf die Fahrbahn klebten und den Verkehr blockierten.
Mitglieder der Letzten Generation versuchen eine Straßenblockade vor der Universität.
Als sie sich auf die Straße kleben wollen werden sie von zivilen Personen die sich erst später als Polizeibeamte zu erkennen geben von der Straße gezerrt.
Zwei Aktivisten versuchen sich auf die Strasse zu kleben. Es gelingt nur einen der zwei Personen sich festzukleben. Die rechte Fahrspur ist blockiert. Die Polizei löst den Mann mit Lösungsmittel von der Fahrbahn.
Aktivisten kleben sich auf der Straße fest.
Klimaaktivist:innen blockieren die Sonnenstrasse vor dem Justizpalast am Karlsplatz Stachus in München.
Unter den Teilnehmern ist der Jesuiten Pater Jörg Alt, der sich wie auch ein weiterer Teilnehmer mit Sekundenkleber auf der Straße festklebt.
Unter den Teilnehmern sind auch mehrere Wissenschaftler. Zusammen protestieren sie für eine bessere Klimapolitik.
Nach 1,5 Std lösen Polizeibeamte die beiden Aktivisten von der Straße.
8 Aktivist:innen der Letzten Generation haben am Vormittag beide Fahrbahnen am Stachus blockiert. Sie trugen Papiermasken von Politikern und hielten Transparente in denen sie die Regierung vorwarfen bewußt Klimamaßnahmen zu blockieren.

Im Bild: Wolfgang Metzeler-Kick. Er befindet sich seit dem 7.3.2024 im Hungerstreik in Berlin.

Im Bild: Wolfgang Metzeler-Kick. Er befindet sich seit dem 7.3.2024 im Hungerstreik in Berlin.
Unter dem Moto „Hungern bis ihr ehrlich seid“ geht der ehemalige Letzte-Generation-Aktivist Wolfgang Metzeler ab den 7. März, in Berlin in einen unbefristeten Hungerstreik. Der Grund: Die unzureichende Klimapolitik der Bundesregierung.

Heute ist es leiser geworden. Es wird weiter protestiert, aber die große Aufmerksamkeit ist weg, und viele, die früher vorn standen, haben sich zurückgezogen. Wo zu den großen Streiks die Straßen voll waren, stehen heute oft nur noch ein paar Dutzend. Was bleibt, sind die Bilder. Sie zeigen, wie sich der Protest in wenigen Jahren verändert hat: die Formen, die Stimmung, die Mittel. Eine Position beziehen sie nicht. Das überlassen sie dem, der sie ansieht.


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