Sensorgrössen in Kameras – ein Vergleich
Was früher die Aufgabe des Films war, übernimmt heute der Kamerasensor. Er zeichnet die Bildinformationen auf und ist damit das wichtigste Bauteil einer Kamera. Beim Film war seinerzeit viel Chemie und Physik im Spiel. Heute wurde die Chemie durch Elektronik ausgetauscht – die, wenn man in die Tiefe gehen will, genauso komplex ist.
Aufbau eines Sensors
Ein Kamerasensor besteht aus vielen lichtempfindlichen Pixeln. Jeder dieser Pixel zeichnet die Information auf, die durch das Objektiv innerhalb der Belichtungszeit auf ihn trifft. Vereinfacht bedeutet das: ein größerer Sensor kann mehr Informationen sammeln als ein kleiner Sensor – und erzeugt deshalb in den meisten Situationen ein besseres Bild.
Warum Sensorgröße wichtiger ist als Megapixel
Manchmal ist größer tatsächlich besser – vor allem wenn es darum geht, Licht einzusammeln. Die Anzahl der Pixel auf einem Sensor wird in Megapixel angegeben. Vor einigen Jahren war man stolz auf eine 8-Megapixel-Kamera. Heute sind 24–33 Megapixel ein solides Maß für Allround-Kameras. Profikameras wie die Canon EOS R5 Mark II kommen auf 45 Megapixel, die Sony A1 II sogar auf 50 Megapixel. Das obere Ende hat sich deutlich verschoben.

Um die gleiche Anzahl an Pixel auf einen kleineren Sensor zu bekommen müssen diese kleiner ausfallen. Das erhöht das Rauschverhalten bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Worauf ich hinaus will: 24 Megapixel auf einem großen Sensor ergeben ein besseres Ergebnis als 24 Megapixel auf einem kleinen Sensor. Der Grund ist offensichtlich – um die gleiche Anzahl Pixel auf einer kleineren Fläche unterzubringen, müssen die einzelnen Pixel kleiner sein. Das führt dazu, dass gerade bei schwachen Lichtverhältnissen der Dynamikumfang sinkt und das Bildrauschen zunimmt.
Auf einen Vollformatsensor passen deutlich mehr Pixel bei gleicher Größe
Ein größerer Sensor erlaubt es Kameraherstellern außerdem, deutlich mehr Pixel zu platzieren ohne dabei Abstriche bei der Bildqualität machen zu müssen. Ein Vollformatsensor mit 45 Megapixeln liefert eine andere Qualität als ein APS-C Sensor mit denselben 45 Megapixeln – weil die einzelnen Pixel schlicht mehr Platz haben.
Die Megapixelzahl alleine sagt also noch wenig aus. Aktuelle iPhones kommen auf 48 Megapixel – müssen sich den Platz aber auf einem sehr kleinen Sensor teilen. Die Megapixelzahl sollte immer im Zusammenhang mit der Sensorgröße betrachtet werden.
Vollformat – der Goldstandard
Der Vollformatsensor orientiert sich an der Größe des ursprünglichen 35mm Filmformats der Kleinbildkamera. Entsprechend geläufig sind den meisten auch die Brennweitenangaben von Objektiven. Ein Foto mit einem 50mm Objektiv an einer Vollformatkamera entspricht dem klassischen Normalwinkel – dasselbe Objektiv an einem APS-C Sensor wirkt durch den Crop-Faktor von 1,5 bereits wie ein 75mm Teleobjektiv.

Vergleich Vollformatsensor zu ASP-C Sensor. Durch das kleinere Format des ASP-C Sensors hat das selbe Objektiv einen Verlängerungsfaktor von 1,5 - 50mm bei Vollformat wird zu einem 75mm bei einem ASP-C Sensor.
Das ist kein Nachteil – es ist einfach eine andere Rechnung. Wer mit Telebrennweiten arbeitet, kann den Crop-Faktor sogar als Vorteil nutzen.
Der Ehrenrettung halber muss gesagt werden: Die Sensortechnik ist bei allen Formaten weit fortgeschritten. Ein moderner APS-C Sensor ist nicht automatisch schlechter als ein Vollformatsensor – er hat andere Qualitäten, oft ein kompakteres Gehäuse und meistens einen deutlich günstigeren Preis.
Sensorgrößen im Überblick
Es gibt eine große Anzahl an Sensorgrößen. Hier die gebräuchlichsten:
| Größe | Kameras (Beispiel) | |
|---|---|---|
| Vollformat | 36,00 x 24,00 mm | Sony A7 V, Canon EOS R5 Mark II, Nikon Z6 III |
| APS-C, DX | 23,70 x 15,60 mm | Nikon Z50 II, Fujifilm X-T5 |
| APS-C Canon | 22,20 x 14,80 mm | Canon EOS R7 |
| Micro Four Thirds 4/3″ | 17,30 x 13,00 mm | OM System OM-5 |
| 1″ | 13,20 x 8,80 mm | Sony DSC-RX100 VII |
| 1/1.7″ | 7,60 x 5,70 mm | DJI Osmo Pocket 3 |
| 1/2.3″ | 6,17 x 4,55 mm | Panasonic Lumix DC-TZ200 |
Welche Sensorgröße brauche ich?
Das kommt stark auf den Verwendungszweck an. Wer hauptsächlich bei guten Lichtverhältnissen fotografiert, gut belichtete Bilder am Monitor betrachtet oder in Standardformaten druckt, wird mit einem APS-C Sensor oder Micro Four Thirds vollkommen glücklich. Wer regelmäßig unter schwierigen Lichtverhältnissen arbeitet, große Formate druckt oder nachträglich stark beschneiden will, wird den Unterschied eines Vollformatsensors zu schätzen wissen.
Die wichtigste Erkenntnis bleibt: Nicht die Megapixelzahl entscheidet über die Bildqualität – sondern das Zusammenspiel aus Sensorgröße, Pixelgröße und Lichtverhältnissen.






