Nordoberpfalz – Am nordöstlichen Ende von Bayern

Eine Reise zu Direktvermarktern und Familienbetrieben

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Hermann und Karolin Köstler

Köstlers Bauernhof ist ein Bio-Direktvermarkter, der Gemüse, Obst und Kartoffeln in Demeter-Qualität anbaut und regionale Produkte anbietet. Der Hof hält seltene Rinderrassen (Rotes Höhenvieh) und bietet einen Lieferservice sowie einen Hofladen an, der freitags geöffnet ist. Karolin Köstler ist zudem als zertifizierte Erlebnisbäuerin tätig.

Die Straßen werden schmaler, je weiter man hineinfährt. Irgendwann verschwindet das letzte Ortsschild. Dann bleiben Felder, Wälder und lange Wege zwischen einzelnen Höfen. Man fährt ein Stück, überlegt ob das noch die Straße ist, fährt weiter. Und plötzlich steht irgendwo ein Gebäude, ein Stall, ein Hofladen.

Das Navi hilft nur so lange, wie es Mobilfunk gibt. Reißt die Verbindung ab, sucht man einen Hügel, einen Punkt mit Empfang. Ich hab nicht mitgezählt, wie oft ich eine Abzweigung übersehen habe. Die Straßen, die mir das Navi vorschlägt, sind oft nicht mehr als ein Feldweg. Am Ende kommt man an. Meistens etwas später. Das gehört dazu. Das wird kaum kommentiert.

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Ich bin drei Wochen unterwegs, kreuz und quer durch diese Landschaft am nordöstlichen Ende von Bayern, nah an der tschechischen Grenze. Eine waldreiche Gegend mit vielen Teichen, Dörfern und kleinen Städten. Die großen Verkehrsachsen führen weiträumig daran vorbei. Wer hier unterwegs ist, entschleunigt fast von alleine.

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Mein Auftraggeber hat mir eine Liste mit Adressen gegeben. Direktvermarkter, Familienbetriebe, Menschen die produzieren was sie verkaufen und verkaufen was sie produzieren. Ich soll sie fotografieren.

Auf meiner Liste steht nur eine Adresse, kein Hinweis was mich erwartet. Ein Hof, eine Scheune, ein Wohnhaus – von außen ist selten zu erkennen was sich dahinter verbirgt. Das kann eine Imkerei sein, ein Handwerksbetrieb, ein Hofladen. Die Region hat übrigens erstaunlich viele Imker. Manchmal weiß ich selbst nicht genau, was ich fotografieren soll.

Imker
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So auch hier. Ich stehe auf einem Hof, der aussieht als hätte jemand einen Spielzeugladen darin entleert. Klettergerüst, Seile, irgendwas mit Reifen. Ich bin mir nicht sicher ob ich richtig bin. Ein Mann kommt heraus. Ich stelle mich vor – ich sei der Fotograf, der angekündigt worden wäre. Er überlegt kurz. Von einem Fotografen hat er nichts gehört. Die Agentur hatte eine Mail geschickt. E-Mails, stellt sich heraus, sind in der Nordoberpfalz noch nicht überall so richtig angekommen.

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Er schulterzuckt. Wenn d' schon mal da bist – komm halt rein, trink erst mal an Kaffee. Schau ma mal, dann seh ma schon.

Was folgt, lässt sich schwer unterbrechen. Erst der Kaffee, dazu Kuchen, den seine Frau bringt – dazu eine Geschichte, wie die beiden den Hof übernommen haben. Dann die Hofschule, die er selbst gebaut hat – dazu die Erklärung, wie er auf die Idee kam. Dann die Dankeskarten an der Wand, dutzende, von Kinderhand beschriftet – dazu fällt ihm noch eine Geschichte ein, von einer Geburtstagsfeier die aus dem Ruder lief, er lacht beim Erzählen. Dann ruft die Enkelin. Dann der Traktor, ein Anhänger, raus aufs Feld zu den Rindern – er erklärt welche Rasse das ist und warum, die Enkelin zeigt wie sie auf ihnen reitet, als wäre das die normalste Sache der Welt. Dann zurück zum Hof. Dann die Seilbahn über den Teich – dazu natürlich auch eine Geschichte. Er schaut mich an, als wäre das der krönende Abschluss einer langen Argumentation. Ich sage nichts. Was soll man auch sagen.

Zum nächsten Termin erscheine ich mit zweieinhalb Stunden Verspätung. Das wird nicht kommentiert. Das gehört dazu.

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In der Nordoberpfalz ist das Land weit und der Blick offen. Felder ziehen sich bis zum Horizont, Höfe liegen verstreut in der Landschaft. Die Wege zwischen ihnen sind lang – und doch ist die Distanz zwischen den Menschen gering. Man kennt sich, man grüßt sich, man bleibt stehen. Die Stadt ist hier weit weg. Nicht nur geografisch. Der Alltag hat ein anderes Tempo. Er ist ruhiger, direkter, geprägt vom Tun.

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Müller in seiner Mühle
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Viele leben von dem, was sie selbst herstellen. Kleine Betriebe, Direktvermarkter, meist Familienbetriebe. Der Stolz auf ihre Produkte ist spürbar. Nicht laut und nicht inszeniert – das haben sie hier gar nicht nötig. Schlicht und selbstbewusst. Der Hof ist Arbeitsplatz und Zuhause zugleich. Die Werkstatt liegt im Keller, der Teich hinter dem Haus gehört zum Betrieb. Alles greift ineinander. Arbeit und Leben lassen sich hier kaum trennen.

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Auf dieser Reise treffe ich viele Charaktere. Menschen, die ihren Weg gefunden haben und ihn konsequent gehen. Sie sind nicht gleichförmig. Jeder arbeitet auf seine Weise – und genau das ist hier selbstverständlich. Individualisten fallen nicht auf. Sie gehören dazu. Was viele verbindet, ist eine klare Haltung zur eigenen Arbeit. Wenig Erklärungen, wenig große Worte. Man zeigt, was man macht. Wer fragt, bekommt eine Antwort. Besucher sind willkommen. Nicht als Publikum, sondern als Gäste.

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Vieles hier entsteht nicht aus großen Konzepten. Viele Entscheidungen entstehen aus Erfahrung, aus Beobachtung, aus dem Wissen um den eigenen Ort. Die Arbeit folgt einem Rhythmus, der sich an Jahreszeiten und Abläufen orientiert. Man steht zusammen im Hof, schaut sich etwas an, spricht über die Arbeit oder das Wetter. Wenn ein Gespräch länger dauert, dann dauert es länger.

Und manchmal erscheint man mit zweieinhalb Stunden Verspätung zum nächsten Termin. Das wird nicht kommentiert. Das gehört dazu.

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Elisabeth Zintl, Unternehmerin Um der Abwanderung aus der Region etwas entgegenzusetzen, entwickelte sie das Konzept „Zu Gast im Dorf“ und verwandelte leerstehende Häuser in gut gebuchte Hotelunterkünfte.
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Kurt Steinhilber Inhaber Gärtnerei Steinhilber
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Kurt Steinhilber Inhaber Gärtnerei Steinhilber
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Fritz Kick Bauer Fritz und seine Kindergeburtstage auf dem Bauernhof. Der Müllnerhof (oder ähnliche Höfe wie Mühlenhof Vorwerk/Bauer Fritz) bietet erlebnisreiche Kindergeburtstage mit vielen Tieren (Kühe, Ponys, Ziegen), Toben in der Strohscheune und Aktivitäten wie Traktor fahren an. Die Feiern sind ganzjährig für Grundschulkinder möglich und beinhalten oft Grillmöglichkeiten, Eiersammeln und Ponyreiten.
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Fritz Kick Bauer Fritz und seine Kindergeburtstage auf dem Bauernhof. Der Müllnerhof (oder ähnliche Höfe wie Mühlenhof Vorwerk/Bauer Fritz) bietet erlebnisreiche Kindergeburtstage mit vielen Tieren (Kühe, Ponys, Ziegen), Toben in der Strohscheune und Aktivitäten wie Traktor fahren an. Die Feiern sind ganzjährig für Grundschulkinder möglich und beinhalten oft Grillmöglichkeiten, Eiersammeln und Ponyreiten.
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Angela Putzer Geschenke-Paradies Putzer
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Angela Putzer Geschenke-Paradies Putzer
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SieglindeFinstermühle & thomas.weig
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